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Mottaker: HEINRICH LAUBE
Datering:18. februar 1880
Sted: MÜNCHEN
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Sehr geehrter Herr Director!
Es war mir eine grosse Freude zu erfahren, dass mein neuestes Schauspiel «Nora» unter Ihrer weitberühmten Leitung im Wiener Stadttheater zur Aufführung gebracht werden wird.
Sie finden, dass das Stück des Schlusses wegen der Kategorie «Schauspiel» nicht entspricht. Aber, verehrter Herr Director, legen Sie denn wirklich den sogenannten Kategorien einen so sehr grossen Werth bei? Ich jedenfalls glaube, dass die dramatischen Kategorien dehnbar sind, und dass dieselben sich nach den vorhandenen Thatsachen in der Literatur richten müssen, nicht umgekehrt. So viel steht wenigstens fest, dass das Stück mit dem jetzigen Ausgang sowohl in Kopenhagen wie in Stockholm und in Christiania einen dort fast beispiellosen Erfolg gehabt hat.
Den geänderten Schluss habe
 
 
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ich nicht nach Ueberzeugung abgefasst, sondern nur auf Wunsch eines norddeutschen Impresario und einer Schauspielerin, welche in Norddeutschland als Nora gastiren wird. Ich füge eine Abschrift dieser Aenderung bei, woraus Sie hoffentlich erkennen werden, dass die Wirkung des Stückes durch die Benutzung dieser Aenderung nur abgeschwächt werden kann.
Ich stelle Ihnen deshalb anheim die Aenderung nicht zu berücksichtigen, sondern das Stück in ursprünglicher Gestalt dem Publicum vorzuführen.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Ihr ganz ergebener
Henrik Ibsen.
 
 
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Aenderung.
(Siehe Pag: 90 im gedruckten Buche.) NORA.
Dass ein Zusammenleben zwischen uns beiden eine Ehe werden könnte. Lebe wohl! (will gehen.)
HELMER.
Nun denn, – gehe! (fasst sie am Arm) Aber erst sollst du deine Kinder zum letztenmale sehen!
NORA.
Lass mich los. Ich will sie nicht sehen! Ich kann es nicht!
HELMER (zieht sie gegen die Thüre links.)
Du sollst sie sehen! (öffnet die Thüre und sagt leise) Siehst du; Dort schlafen sie so sorglos und ruhig. Morgen, wenn sie erwachen und rufen nach ihrer Mutter, dann sind sie – mutterlos.
NORA. (bebend)
Mutterlos –!
 
 
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HELMER.
Wie du es gewesen bist.
NORA.
Mutterlos! (kämpft innerlich, lässt die Reisetasche fallen und sagt) O, ich versündige mich gegen mich selbst; aber ich kann sie nicht verlassen.
(sinkt halb nieder vor die Thüre.) HELMER (freudig aber leise)
Nora!
(Der Vorhang fällt.)

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